12-Tage Tour quer durch die Alpen

Eine Durchquerung der Alpen von Ost nach West mit einem Besuch auf dem Jazz Festival in Montreux stand dieses Jahr auf der Liste. Gestartet wurde am 1. Juli 2001, um den Ferienverkehr zu vermeiden. Die jeweiligen Tagestouren können Sie für die Verwendung des Motorrad Tourenplaners 2000/2001 downloaden indem Sie auf den Hyperlink des entsprechenden Tages klicken. Die INI Dateien müssen Sie dann einfach in das Unterverzeichnis c:\Motorrad\Prog.mov\Routes kopieren. Beim nächsten Start des Tourenplaners können Sie dann die Touren laden. Jede Tour habe ich unter dem entsprechenden Tourendatum (z.B. 20010701.ini) gespeichert.

Fahrtstrecke: ca. 3300km

Durch die Schlucht nach Ebnit

 

Tunnelfahrt durch die Schlucht nach Ebnit

 

Altre Traktoren und ein "neues" Gespann ....

Erster Tag, Sonntag 1. Juli 2001:
Wir fahren um 09:00 Uhr in Esslingen los. Nach einem kleinen Hupkonzert (blockiert doch so ein Trottel die erste Kreuzung in Esslingen) geht die Fahrt über die A8 nach Ulm und weiter auf der A7 Richtung Lindau. Wir fahren durch Bregenz Richtung Dornbirn, um dort einen kleinen Abstecher nach Ebnit zu machen. 

Dieser kleine Abstecher führt über eine kleine Schlucht nach Ebnit. Hier war ein Traktor-Treffen, wo wir Oldtimer Traktoren bestaunen durften. Dann ging es weiter über Bödele und über den Hochtannbergpass (1676m) Richtung Warth, wo es dann endlich die erste feste Nahrungsaufnahme des Tages gab. 

Wir fahren nun über den Flexenpass (1773m.) und den Arlbergpass (1793m) nach Landeck. Bei Nauders biegen wir in das Unterengadin ab und fahren das Tal entlang bis nach Susch, wo wir dann über den Flüelapass (2383m) nach Davos fahren. 

Auf dem Flüelapass ist es noch richtig kalt, so dass auch ich meine Griffheizung einsetze. In Davos finden wir dann auch endlich eine Tankstelle, die unsere Kreditkarten akzeptiert, so dass wir mit fast vollem Tank um 19:00 Uhr in Filisur ankommen. 

 

 


Der Arlbergpass

 


Das Engadin

 


Bescheidenes Wetter und richtig kalt am Flüelapass


Erste Rast am Albulapass

 


Am Albulapass

 


Im Unterengadin

Zweiter Tag, Montag 2. Juli 2001:
Wir beginnen den Tag mit der Fahrt über den Albulapass in das Engadin. Das Wetter hat sich verbessert und es sind kaum Wolken am Himmel zu entdecken. Im Engadin fahren wir bis nach Zernez, um dort über den Ofenpass und das Münstertal über St. Maria zum Umbrailpass (2501m) zu fahren. In St. Maria machen wir wieder mal einen Stop im Hotel Stelvio, um einen genialen Apfelstrudel und einen guten Cappuccino zu uns zu nehmen. Der Umbrailpass ist teilweise eine Schotterpiste, die allerdings wenigstens halbwegs gepflegt ist und nur über eine Strecke von ca. 1500m geht. 

Da das Stilfser Joch (2758m) nur ca. 3 km von dem Umbrailpass entfernt ist, müssen wir natürlich auch einen kleinen Abstecher dorthin machen. Nachdem wir einen Blick auf den vorhandenen Schnee gemacht haben  geht es bergab Richtung Bormio. 

Über den Passo d Eira (2209m) fahren wir dann in das Tal von Livigno. Eigentlich wollten wir über den Livignopass wieder zurück in das Engadin fahren. Dieser war allerdings wegen Lawinengefahr gesperrt, so dass wir den Tunnel Richtung Ofenpass fahren mußten. Dieser Tunnel ist einspurig und verdammt kalt.

Vor der Rückfahrt nach Filisur über den Flüelapass gönnen wir uns noch ein Abendessen in Susch. Auf dem Rückweg versorgen wir uns noch mit ein paar Flaschen Bier im Campingplatz von Davos, die wir dann auf dem Balkon unseres Hotels in Filisur vernichten.

Am Stilser Joch gab es noch etwas Schnee ...

 


Aussicht vom Stilser Joch

 


Ausblick von Wiesen Richtung Filisur


Silvaplana See

 


Der Malojapass

 


Am Splügensee

Dritter Tag, Dienstag 3. Juli 2001:
Als erstes fahren wir nach Tiefenkastel um uns mit einer Vignette einzudecken. In der Schweiz lohnt sich das vor allem dann, wenn man man Mal so auf die schnelle ein paar Kilometer machen möchte. Zudem sind in der Schweiz nahezu alle Pässe kostenfrei. Das die Österreicher überall doppelt kassieren (Pikel, Maut für jede zweite Passtrasse) haben wir uns entschieden in Österreich nur Landstrassen zu fahren und diesem Land keinen Schilling zu opfern ;-)

Von Tiefenkastel geht es dann über den Julierpass (2284m) wieder Richtung Engadin. Nach Silvaplana geht es vorbei an dem Silvaplaner See und dem da Segl See über den Malojapass (1815m) nach Chiavenna in Italien. 

Hier biegen wir rechts ab zu dem Splügenpass (2113m). In den vergangenen Jahren war die Anfahrt zum Splügen immer mit viel Verkehr versehen. Die Strasse erlaubt auch kaum ein "risikofreies" Überholen. In diesem Jahr hatten wir richtig Glück, denn es war kaum Verkehr. Dafür war allerdings ein Teil der Passstrasse gesperrt und wir wurden über Pianazzo umgeleitet. Im Posthotel Bodenhaus in Splügen essen wir wieder einmal zu Mittag. 

Frisch gestärkt geht es dann über den St. Bernardinopass (2065m) Richtung Bellinzona. Hierzu verwenden wir nach dem St. Bernardinopass die Autobahn. In Bellinzona biegen wir rechts ab Richtung Biasca und nehmen dann Kurs auf den Lukmanierpass (1914m). In Platta gibt es das Hotel Post, in dem es geniale Karamelköpfli als Nachtisch gibt. Leider waren dieses Mal keine Karamelköpfli mehr zu haben und so mussten wir ohne den ersehnten Zuckerschock weiter zu unserem Tagesziel Disentis, was wir gegen 20:00 Uhr erreichten. 

St. Bernardino

 


St. Bernardino

 


St. Bernardino


Gotthard

 


Nebel am Nufenenpass

 


Anfahrt zum Nufenen

Vierter Tag, Mittwoch 4. Juli 2001:
Kurz nach 09:00 Uhr machen wir uns auf den Weg über den Oberalbpass (2044m) nach Andermatt. Es ist zwar noch etwas kühl, aber das Wetter scheint mitzuspielen. Auf der Anfahrt zum Gotthard (2108m) wird es dann schon um einiges ungemütlicher. Dicke Wolken ziehen auf und die Passhöhe versinkt im Nebel. Sichtweite ist ca. 20 Meter. Wir fahren dann auf dem schnellsten Weg (mit ca. 30km/h) nach Airolo, wo auch das Wetter besser wird. Nach einem Tankstop geht es dann auf den Nufenenpass (2478m), wo man endlich wieder einmal fest Nahrung zu sich nimmt. Dann geht es weiter über Ulrichen zum Grimselpass (2165m), der einem eine super Aussicht auf den Rhonegletscher bietet. 

Wir machen uns dann auf den Weg um noch einige Kilometer hinter uns zu bringen, denn das Tagesziel liegt irgendwo in der Gegend um Montreux, da wir Konzertkarten für das Jazz Festival gekauft haben. Wir fahren die Grimselstraße Richtung Brienzer See. Allerdings ist die Hauptstrasse durch einen Steinrutsch gesperrt, so daß wir über eine Umleitung gelenkt werden, die nur einspurig befahrbar ist und daher nur zu jeder vollen Stunde freigegeben wird. Als wir am Brienzer See vorbeifahren treffen uns die ersten Regentropfen. Bei Spiez biegen wir links ab Richtung Simmertal, wo uns dann auch schon ein heftiges Gewitter erwartet. Wir entscheiden uns, das Gewitter in Oberwihl abzuwarten.

Bei nur wenig Regen machen wir uns dann auf den Weg Richtung Gstaad und weiter über Col du Pillon (1546m) nach Les Diablerets, wo wir uns im Hotel Les Chamois für die nächsten Tage einrichten. 

Schlechtes Wetter am Gotthard

 


Ausblick vom Grimselpass auf Rhonegletscher und Furkapass

 


Der Furkapass


Am Col de la Croix Fünfter Tag, Donnerstag 5. Juli 2001:
Diesen Tag haben wir uns eigentlich als Ruhetag festgelegt, da wir eigentlich das große Tief abwarten wollen. Allerdings ist das Wetter noch immer so gut, so daß wir uns entschließen nach Montreux zu fahren. Dort verbringen wir ein paar Stunden an der Strandpromenade und fahren auf den Col de Jamon, von wo aus man eine super Aussicht auf den See hat.
Picture Time


Gary Moore in action

 


Larry Carlton

 


Die Band mit Larry Carlton und Steve Lukather

Sechster Tag, Freitag 6. Juli 2001:
Dies ist unser Konzerttag. Wir haben speziell wegen Steve Lukather (Gitarrist von Toto) die Karten vorbestellt. Also fahren wir so gegen 11:00 Uhr Richtung Montreux und vertreiben uns zuerst mal die Zeit an der Strandpromenade. Dort sind neben "Fressbuden" auch einige Konzertbühnen aufgebaut. Wir hören uns einige Bands an, trinken das erste Bier und vertreiben uns so die Wartezeit bis zum Konzertbeginn.

Das Konzert geht um 08:30 Uhr mit Brad Johnsen, einem Gitarrenspieler aus Amerika los. Der gute Mann spielt verdammt gut Gitarre, verwendet aber einen Gitarrensynthesizer. Das muss man mögen - oder auch nicht. Das Konzert ist absolut professionell organisiert und die Umbaupausen von 30 Minuten werden auch immer eingehalten. Das Ganze wird auch noch für das Fernsehen mitgeschnitten. Wir zählen insgesamt 6 Kameras.

Und dann kommt Garry Moore auf die Bühne. Und mit Ihm der Blues. Der gute Mann ist schlicht und einfach besessen - anders kann man das nicht nennen. Er liefert ein absolut "geiles" Konzert ab und spielt auch noch drei Zugaben.

Als letztes spielt dann Larry Carlton zusammen mit Steve Lukather. Es mag an der Zusammenstellung liegen oder auch an meiner vielleicht falschen Erwartung, aber ich bin von dem guten Steve Lukather echt enttäuscht. Er kann Larry Carlton in keinster Weise das Wasser reichen. Larry Carlton kommt nun einmal aus dem Bereich Jazz und Steve Lukather ist nun einmal ein Rocker. Und das paßt einfach nicht zusammen. Zudem kann ein Rocker nun mal nicht Jazzen - das hat Steve Lukather bewiesen.

Da unser Haupt-Act doch nicht unsere Erwartungen erfüllt hat, machen wir uns um 02:00 Uhr auf den Weg zurück zum Hotel in Les Diablerets, wo wir um 2:30 Uhr ankommen. Es fängt dann auch an heftig zu regnen. Das erwartete Tief hat uns nun doch erreicht.

Gary Moore

 

Steve Lukather

 


Larry Carlton & Steve Lukather



Siebter Tag, Samstag 7. Juli 2001:
Durch den Dauerregen entscheiden wir uns, dass wir diesen Tag mit Lesen und Fernsehen verbringen. 



Achter Tag, Sonntag 8. Juli 2001:
Der Regen läßt nach und wir machen uns nun wieder auf den Weg. Die Abfahrt bringen wir in Regenklamotten bis in das Rhonetal hinter uns, doch schon bald zeigt sich wieder die Sonne und wir können unsere Regenklamotten wieder verpacken. Wir entscheiden uns, über den Simplonpass wieder zurück zu fahren. Nach dem Simplonpass wird es dann auch wieder richtig warm und wir fahren bei strahlendem Sonnenschein am Luganer See und dem Comer See entlang. 

Dann biegen wir Richtung Chiavenna ab, um über den Malojapass und den Julierpass nach Filisur zu kommen. Auf dem Julierpass fängt es dann auch wieder an zu regnen. Zuerst nur einige Tropfen, aber dann erwischt es uns ganz extrem. Schon während unsere Regenklamotten anziehen werden wir richtig nass. So ein Gewitter in den Alpen läßt es schon richtig schütten. Wir fahren die letzten 30 Kilometer in strömendem Regen nach Filisur, wo wir gegen 20:00 Uhr ankommen.




Neunter Tag, Montag 9. Juli 2001:
Das Wetter hat sich gebessert und wir machen uns kurz vor 10:00 Uhr auf zum Albulapass Richtung Engadin. Plan ist es, daß wir Richtung Dolomiten fahren. Unser Weg führt uns über Zernez zu dem Ofenpass. Danach fahren wir über den Umbrailpass auf das Stilfser Joch, denn das liegt ja fast auf dem Weg. Während der Abfahrt vom Stilfser Joch merke ich schon, daß mal wieder Luft in meinem Hydraulik Kupplungssystem ist. Die Gänge lassen sich nur noch mit Hilfe von viel Zwischengas schalten. In Bormio suchen wir dann zuerst einmal eine Werkstatt. Wir werden auch direkt fündig und obwohl wir kein Italienisch können und die Leute der Werkstatt weder Deutsch noch Englisch sprechen, ist das Problem schnell erkannt. Es fehlte mal wieder an Hydraulikflüssigkeit. Die Jungens von der Werkstatt möchten für diese Reparatur eigentlich kein Geld berechnen, ich bestehe allerdings drauf, dass ich Ihnen 200000 Lire in die Hand drücken darf. 

Eigentlich wollten wir dann weiter über den Passo de Gavia nach Italien. Dieser ist leider gesperrt, so daß wir uns entschließen über das Stilfser Joch Richtung Meran zu fahren. Die Abfahrt vom Stilfser Joch auf Italienischer Seite ist in einem wirklich schlechten Zustand. Als Gespannfahrer hat man nach der Abfahrt fast einen Krampf in den Armen von den vielen engen Kehren. Deshalb zählt man wahrscheinlich auch Motorradfahren zum Sport. 

Der Weg nach Meran ist natürlich wie immer voll mit Lastwagen und Urlaubern, so daß wir uns entschließen, in das Schnalztal zu fahren. Dort übernachten wir in dem Hotel Edelweiß direkt am See.




Zehnter Tag, Dienstag 10. Juli 2001:
Kurz vor zehn starten wir Richtung Meran, denn das eigentliche Ziel sind ja noch die Dolomiten. Am Ortseingang von Meran biegen wir rechts ab Richtung Gampenpass. Die Strasse führt entlang des Meraner Tals und bietet einen genialen Ausblick. Wir lassen uns von den Wahnsinnigen überholen und genießen den Ausblick. Die eigentliche Passhöhe des Gampenpass bietet außer dem obligatorischen Souvenierstand keinerlei Reiz. Deshalb halten wir uns auch nicht lange auf und fahren nun über den Mendelpass Richtung Val di Fassa, um am Nachmittag noch eine kleine Sellarunde zu drehen. Die Sellarunde bietet einen gigantischen Eindruck, da alle Berge einen Nebelkranz haben und die Gipfel eigentlich nur erahnt werden können. Das Wetter sieht stark nach Regen aus und auch mein Optimismus kann uns nicht vor dem Kraupelschauer schützen. Also Regenklamotten angezogen und schnell Richtung Grödnertal, wo wir uns dann im Hotel Rainell mit Essen und Trinken verwöhnen lassen. 



Elfter Tag, Mittwoch 11. Juli 2001:
Pünktlich um 10:00 Uhr fahren wir zuerst mal die Sellarunde, denn das Wetter hat sich auch wieder gebessert. Wir fahren das Gadertal Richtung Bruneck und die Brennerstrasse nach Sterzing. Danach nehmen wir noch das Penzer Joch mit, doch dann reicht es uns auch allmählich und wir fahren über die Autobahn zurück nach St. Ulrich, um ein letztes Mal gutes italienisches Essen mit gutem Italienischen Wein zu genießen. 



Letzter Tag, Donnerstag 12. Juli 2001:
Tja früher oder später muß man nun Mal wieder in die Heimat und wir machen uns so gegen 10:00 Uhr auf den Heimweg über das Timmelsjoch Richtung Deutschland. Ab Füssen fahren wir auf der Autobahn, um dann gegen 19:00 Uhr in Esslingen anzukommen.

Alles in allem war das wieder einmal eine schöne Ausfahrt. Nächstes Jahr sollten wir uns vielleicht doch etwas mehr Zeit zum Rasten nehmen und nicht wieder die 3300km Marke überschreiten.


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