7-Tage Tour über die Alpen an das Mittelmeer und zurück

Eine Durchquerung der Alpen bis zum Mittelmeer stand dieses Jahr auf der Liste. Gestartet wurde am 12. August Richtung Alpen ....

Fahrtstrecke: ca. 3000km

Warten auf die Fähre nach Romanshorn .... Erster Tag, Samstag 12. August 2000:
Die Abfahrt findet mal wieder um Punkt 12:00 Uhr in Esslingen statt. Bei blauem Himmel machen wir uns auf den Weg Richtung Friedrichshafen. Dort nehmen wir wieder einmal die Autofähre Richtung Romanshorn in der Schweiz. Die 60 Kilometer bis Chur fahren wir auf der Autobahn. Um so mehr macht dann die Strecke durch die Lenzerheide an den Fuß des Albulapasses Spaß. Um 19:00 Uhr erreichen wir unsere erste Übernachtungsstätte, das Hotel Raetia in Filisur. 
Hotel Rätia in Filisur


Zweiter Tag, Sonntag 13. August 2000:
Um 09:00 Uhr morgens - bei strahlend blauem Himmel machen wir uns auf den Weg, die ersten Pässe zu fahren. Zum "Eingewöhnen" fahren wir nun über den Albulapass in das Engadin. Auf dem Weg zur Passhöhe begegnen wir der Rhätischen Bahn, die sich in einer Vielzahl von Tunneln langsam nach oben schlängelt. Wir fahren dann über St. Moritz vorbei an den Seen zu dem Malajopass, dessen Haarnadelkurven eine gute Übung für die Oberarme eines Gespannfahrers sind. 

Bei Chiavenna biegen wir auf den Splügen ab. Hier sehen wir auch den ersten Motorradunfall, der uns veranlasst, den Pass etwas langsamer anzugehen. In Splügen gibt es dann etwas zu essen, bevor es über den Bernardino, vorbei an Belinzola über den Lugmanier nach Disentis geht. Die Fahrt von Bernardino nach Belinzola erledigen wir über die Autobahn, denn wir sind diesen Pass einfach schon zu oft gefahren. Abends gibt es in Disentis ein heftiges Gewitter, aber wir sitzen dann bereits im Trockenen bei einer wohlverdienten Stange Bier.

Kurvenfahrt am Albulapass


Aussicht vom Oberalppass nach Andermatt

 


Aussich vom Furkapass ins Rhonatal

Dritter Tag, Montag 14. August 2000:
Es hat zwar über Nacht geregnet, aber nun sehen wir den blauen Himmel wieder. Von Disentis aus geht es nun über den Oberalppass nach Andermatt. In Realp, am Fuße des Furkapasses steht die Furkabahn - eine der letzten Strecken mit Dampfloks. Die Bahn fährt von Realp nach Oberwald. Wir ziehen natürlich die Fahrt mit den Mopeds vor. Auf dem Furka bietet sich eine geniale Aussicht über den Rhonegletscher in das Rhonetal, dem wir nun folgen. Nach einem kleinen Abstecher Richtung Zermatt und einer wohlverdienten Mittagspause geht es dann weiter Richtung Chamonix.

Kurz vor Chamonix biegen wie über den kleinen St. Bernhard in das Aostatal ab. Die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit erweist sich an diesem Tage als recht schwierig. Scheinbar sind alle Italiener in den italienischen Alpen und all Franzosen in den französischen Alpen. Wir fahren weiter über den großen St. Bernhard nach Frankreich, wo wir dann am Fuße des großen St. Bernhard gegen 20:00 Uhr endlich eine Übernachtungsmöglichkeit finden.

Furkabahn

 


Furkabahn

Aussicht auf Val d'Isere Vierter Tag, Dienstag 15. August 2000:
Wir starten morgens Richtung Val d'Isere, um über den Colle delle Finestre zu fahren. Die einzige Tankstelle in Val d'Isere ist mit einer elend langen Schlange versehen, aber es bleibt uns nicht anderes übrig, als brav auf den Sprit zu warten. Die Fahrt durch Val d'Isere ist etwas, was man sich als Gespannfahrer nicht unbedingt antun muß. Man wird allerdings bei der Anfahrt zum Colle delle Finestre dafür entschädigt. Wir fahren nun auch die auf der Landkarte weiß eingetragenen Straßen, was sich schnell als Schotterstrecke herausstellt. Nach knappen 30 Kilometern Rütteltest suchen wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit, um uns von den Strapazen des Tages zu erholen.
Abfahrt vom Col de la Finestre
Col d'Izoard Fünfter Tag, Mittwoch 16. August 2000:
Es geht weiter Richtung Süden über Col d'Izoard, den Col de Vars und den Col de la Bonette. Die Straße um den Col de la Bonnette ist mit 2802 Metern die höchste Straße dieser Tour. Die Landschaft wird zusehend trockener und die Temperatur wird zunehmend wärmer. Man merkt, daß wir uns dem Mittelmeer nähern. Obwohl es eigentlich nicht auf der Reiseroute stand, entscheiden wir uns dafür, bis an das Mittelmeer zu fahren. Denn die 50 Kilometer bis Nizza sitzen wir locker auf einer Backe ab ...
Aussicht vom Colle della Bonette 2860m
Das obligatorische Mittelmeer Bild Sechster Tag, Donerstag 18. August 2000:
Wir starten also Richtung Mittelmeer - genauer gesagt nach Menton. Allerdings sind die Temperaturen für meine Verhältnisse viel zu hoch. Wir machen das obligatorische Bild vom Meer und sehen zu, daß wir schnell wieder an Höhe gewinnen. Wir fahren die Berge entlang Richtung Monaco und biegen dann Richtung Grasse nach Norden ab. Wir besuchen dann noch den Grand Canyon du Verdon, bevor wir dann mal wieder krampfhaft eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Das Benzin in meinem Tank wird auch immer weniger und ich wundere mich, dass meine Kiste nicht stehen bleibt. Es gelingt uns erst gegen 21:30 Uhr in Seyne ein Hotel mit freien Zimmern aufzutreiben.
Monacco
französischer Canyon
Siebter Tag, Freitag 19. August 2000:
Wir haben uns für die Heimfahrt entschieden. Wir sind ca. 800 Kilometer von Esslingen entfernt und wir nehmen uns vor, heute noch in Esslingen anzukommen. Wir fahren auf der Landstraße über Gap und Vizille nach Grenoble, von wo aus wir die Autobahn Richtung Genf nehmen. Die Fahrt durch die Schweiz erledigen wir ebenfalls auf der Autobahn. Wir erreichen Esslingen um 21:30 Uhr nach knappen 12 Stunden Fahrt auf Autobahnen, französischen Landstraßen und Staus. Nachdem ich das Gepäck von meinem Gespann genommen habe versagt auch noch die Batterie und ich schiebe die Comanche in die Garage. Ich glaube die 500 Kilometer Autobahn haben auch meinem Gespann keinen Spaß gemacht.

Trotz allem war das auf jeden Fall eine interessante Tour, für die man sich allerdings etwas mehr Zeit als nur eine Woche einplanen sollte. Auch sollte man diese Tour auf keinen Fall im August unternehmen, denn dann hat man Probleme Übernachtungsmöglichkeiten zu finden.

bei Grenoble

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